02. 09. 2009:

In wenigen Tagen jährt sich der Tag zum ersten Mal, an dem die US-Investmentbank Lehman Brothers unterging. An diesem Tag wurde auch dem letzten Optimisten klar: Wir stecken in einer Krise größten Ausmaßes..

Denn vorher wurde von vielen die Finanzkrise noch schön geredet, es waren zwar Anleger betroffen, aber nicht im großen Stil. Nun aber, im September des Jahres 2008, traf die Krise die Finanzwelt mit aller Wucht und viele, die vorher genau diese Welt noch schöngeredet hatten, mussten feststellen, dass ihre Worte nichts mehr waren als Worte, die keinen Sinn ergaben.

Einer, der bereits Monate vor dem Zusammenbruch klare Worte fand für die Situation in der Finanzwelt, den aber viele da noch als Pessimisten verschrien und ihn nicht ernstnehmen wollten, war Bundesfinanzminister Peer Steinbrück. Eindeutiger kann nicht mehr sein, was er am 10. April des vergangenen Jahres den Bankern dieser Welt an Worten um die Ohren schleuderte:

„Die aktuelle Finanzkrise haben Geldprofis verbockt, die Milliardenbeträge in den amerikanischen Immobilienmarkt investiert haben und risikoreiche Verpflichtungen eingegangen sind. Da hatte die Gier das Hirn ausgeschaltet.“

Zu jener Zeit war die Krise bereits in vollem Gange, wurde jedoch, bewusst oder unbewusst, von vielen noch nicht wahrgenommen – vielleicht auch einfach schlichtweg verdrängt. Als jedoch am 15. September 2008 die Nachricht um die ganze Welt ging, die Großbank Lehman Brothers hätte Konkurs angemeldet, löste dies zugleich auch ein Erdbeben auf den Finanzmärkten der Welt aus. Wer vorher die Krise noch nicht sehen wollte, musste ihr nun unmittelbar ins Gesicht sehen, und konnte sie einfach nicht mehr verleugnen.

In wenigen Tagen jährt sich dieser Tag, an dem der Finanzwelt für einen Tag lang das Licht ausging und eine neue Zeitrechnung begann. Noch immer wartet man jedoch vergeblich auf eine wirkliche Einsicht der Banker. Von Seiten der Politik ist viel geschehen, in Deutschland, indem das Finanzmarktstabilisierungsgesetz eingeführt wurde, aber auch auf der Bühne der Europäischen Union. Längst ist es aber an der Zeit, dass die Geldinstitute in eine neue Richtung gehen.

Doch nachdem viele Anleger ihr Erspartes durch die inzwischen völlig wertlos geworden Lehman Zertifikate (unter anderem auch von Direktbanken und Sparkassen vertrieben) aber auch aufgrund von falscher Beratung wie inzwischen auch auf dem Rechtswege festgestellt wurde, verloren haben, werfen die Banken nun andere Anlageprodukte auf den Markt, die keiner so wirklich durchschauen kann, anstatt beispielsweise nach Sicherheit suchenden Anlegern etwa die Geldanlage in Tagesgeld zu empfehlen.

Es wurde also nichts gelernt aus der Krise, und das Hirn wurde immer noch nicht eingeschaltet. Vielleicht müssen gerade deshalb auch die Anleger selbst ihre eigenen Möglichkeiten finden, die ihrem Sicherheitsempfinden bei der Geldanlage entsprechen. Die Banken haben hierbei schmählich und schändlich versagt – und das bis heute. Knapp ein Jahr nach dem finalen Untergang der für die globalen Finanzmärkte so wichtigen US-Investmentbank Lehman Brothers warten wir immer noch darauf, dass sich endlich die Richtung ändert und Banken kundenorientiert statt gier-orientiert arbeiten.

Ob es ein vergebliches Warten sein wird? Wir hoffen es nicht, denn sonst würde es nicht weiter verwundern, wenn die Anleger ihr Geld aus Produkten wie Aktien, Fonds oder Zertifikaten abzögen und es stattdessen einfach auf dem eigenen Girokonto bunkern würden, wohl wissend von der Tatsache, dass es dort nur geringe Zinserträge erwirtschaften würde.

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